Patios - Mehr als nur mediterranes Flair

Der Ursprung der Patios liegt in der mediterranen Tradition - das sind die berühmten spanischen Innenhöfe im Zentrum eines Stadthauses. Heute ist Andalusien als die Heimat der schattigen Innenhöfe, die immer üppig mit Fliesenbildern ausgestattet sind, weltbekannt. Diese besondere Bautradition eines Stadthauses wurde von den Mauren, die fast 800 Jahre über Andalusien herrschten, übernommen und zum selbständigen Baustil weiterentwickelt. Als Ergebnis kann man heute die weißen, kubischen Häuser bewundern, die sich dicht drängen und schmale, kleine Gassen mit viel Schatten bilden.
Unabhängig von der Größe des Hauses - ein Innenhof gehört fast immer dazu. Charakteristisch für jeden Innenhof ist das kunstvoll geschmiedeten Eingangstor, die in traditionellem spanischen Stil geflieste Böden und die Wände. In den meisten Fällen erkennt man in den gefliesten Böden und Wänden verschiedene blumige Ornamente. Die bevorzugte Farbe ist nicht zufällig blau. Somit versucht man optisch die kühlende Wirkung der Innenhöfe zu verstärken. Typisch für die mediterranen Gärten ist, dass sie erdverbunden sind. Damit werden die horizontalen Linien betont.

Wenig Holz, viel Stein

Im Gegensatz zu nordalpinen Gärten wird im Süden wenig mit Holz gebaut - die traditionellen Baustoffe sind Stein und geschmiedetes Metall aus Ersatzbaustoff für Holz. Sandstein findet z.B. oft bei Bögen oder Säulen Verwendung. Die Häuser wenden sich zunehmend ganz nach Innen, da das Private immer eine höhere Bedeutung als die Wirkung nach Außen hatte. Die typische Struktur des Stadthauses ist das Haus mit Innenhof, gedeckt oder offen, oft mit einem kleinen Brunnen.

Patio - ein neuer Trend in Deutschland?

Heute finden die mediterranen Patios immer zunehmende Sympathie in Deutschland, in Form eines kleinen Hausgartens mit Brunnen oder Teich bzw. einer Freifläche mit Steinböden und Gartenmöbel im Patio-Stil. Der Begriff Hausgarten ist kein klar definierter Begriff, der den Stil der Gartengestaltung beschreiben würde. Unter Hausgarten wird öfters diejenige Gartenform verstanden, welche selbst ein Stück Haus darstellt - also ein Garten zum bewohnen. Damit liegt dann auch schon der Zweck der Anlage fest und die Gartenplanung sollte sich dieser Zweckbestimmung unterordnen. Um Terrassen und Innenhöfe in Wohlfühl-Oasen zu verwandeln, braucht man keine großen Baumaßnahmen. Geschmackvollausgewählte Accessoires und raffinierte Detaillösungen kosten nicht viel, können aber für ein unnachahmliches Flair sorgen.
So zaubert eine üppig bepflanzte Amphora aus Terrakotta einen Hauch von Toskana, an Strand und Meer erinnert eine sattgrüne Palme, farbenfrohe Sitzkissen laden ein zur gemütlichen Runde und eine eiserne Wandlaterne taucht die Umgebung in heimeliges Licht. Der Baustoff, der im Süden reichlich vorhanden ist, ist Stein. Das macht die Natursteinmauern im Garten und an der Terrasse zu einer Möglichkeit der Gestaltung in der typischen mediterranen Tradition. In einem Innenhof lässt es sich nicht nur angenehm sitzen, sondern es können auch Kräuter, kleine Bäume, Sträucher und Rosen kultiviert werden. Auf kleinen Beeten können Kletterpflanzen gezogen werden, die mit ihren Ranken das oftmals langweilige Mauerwerk des Patios hübsch kaschieren und auflockern. Allerdings sollte die Pflanzen so gewählt werden, dass sie zum Stil des Hauses und zur Umgebung passen. Ein Spalier aus dekorativen Schlingpflanzen wie Wein oder Feuerbohnen, kann sowohl Sicht- als auch Windschutz sein. Bäume und Sträucher in bewegliche Kübel gepflanzt, lassen sich ebenfalls zur Abschirmung verwenden. Romantischer wird ein Innenhof, wenn er zusätzlich mit einer Laube oder Pergola gestaltet ist, an der sich duftende und farbenprächtige Pflanzen empor ranken. In einem Innenhof ist künstliches Licht nicht nur erforderlich sondern auch attraktiv. Durch das Licht lassen sich nicht nur Bäume, schöne Pflanzen oder Skulpturen optisch interessant in Szene setzen sondern auch Wasserbecken und Springbrunnen mit den glitzernden Oberflächen können reizvoll illuminiert werden.