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Die Afrikanische Union

Arabische Union Logo

Nachfolgeorganisation der Organisation für afrikanische Einheit (OAU / OAE) ab 2001.

Gegründet wurde die AU am 10. Juli 2001 in Durban (Rep. Südafrika).

Vorsitzender der AU: Thabo Mbeki (Rep. Südafrika)

Generalsekretär: Amara Essy (geb. 1944, Elfenbeinküste)

Sitz der AU. Addis Abeba (Äthiopien)

Mitgliedsländer (53):

  • Ägypten
  • Algerien
  • Angola
  • Äquatorial-Guniea
  • Äthiopien
  • Benin
  • Botswana
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Dschibuti
  • Elfenbeinküste
  • Eritrea
  • Gabun
  • Gambia
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Kamerun
  • Kap Verde
  • Kenia
  • Kongo (Republik)
  • Kongo (Dem. Rep., früher Zaire)
  • Komoren
  • Lesotho
  • Liberia
  • Libyen
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Mali
  • Mauretanien
  • Mauritius
  • Mosambik
  • Namibia
  • Niger
  • Nigeria
  • Ruanda
  • Sambia
  • Sao Tome und Principe
  • Senegal
  • Seychellen
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Südafrika (Republik)
  • Sudan
  • Swasiland
  • Tansania
  • Togo
  • Tschad
  • Tunesien
  • Uganda
  • West-Sahara (DARS)
  • Zentralafrikanische Republik

Ziele der Afrikanische Union

  • Förderung der Einheit und Solidarität der afrikanischen Staaten
  • Koordinierung der innerafrikanischen und weltweiten Zusammenarbeit
  • Selbstverantwortung bei der Bewältigung von Konflikten und Kriegen
  • Bekämpfung von Hunger und Armut

Organe (vorläufig definiert oder im Aufbau befindlich)

  • Jährliche Versammlung der Staats- und Regierungschefs (AEC - Assembly of Heads of State and Government) als oberstes Beschlussorgan (mit 2/3 -Mehrheit)
    • überwacht u.a. die Umsetzung der Beschlüsse
    • verabschiedet Direktinitiativen
    • berät über notwendige Interventionen oder Sanktionen gegen zahlungssäumige oder nicht mit der AU konforme Mitgliedsstaaten
  • Halbjährliche Tagung des Exekutivrats der AU-Aussenminister zur Umsetzung der Beschlüsse der Versammlung. Zuletzt u.a. Erklärung zur Konfliktvermittlung bei der Krise in der Republik Elfenbeinküste am 16. Dezember 2002.
  • AU-Kommission zusammengesetzt aus jeweils zwei Mitglieder aus fünf afrikanischen Regionen (Zentralafrika, Ostafrika, Westafrika, südliches Afrika, Nordafrika) die für 4 Jahre ihr Mandat behalten und einmal wiedergewählt werden können. 
    • Präsident ist seit 10. Juli 2001 kommissarisch der ehemalige OAU-Präsident: Amara Essy (Elfenbeinküste)
  • Komitee der ständigen Repräsentanten - (PRC - Permanent Representatives Committee ) zusammengesetzt aus den Botschaftern der Mitgliedsstaaten bei der AU mit Sitz in Addis Abeba (Äthiopien).
  • Besondere Fachkommissionen - (STC Specialised Technical Committees ) u.a. zur Landwirtschaft, Finanz- und Währungsfragen zu Finanzfragen, Transport und Verkehr, Handel, Ausbildung. 
  • Friedens- und Sicherheitsrat bestehend aus 15 Mitgliedern.
    • Der Rat soll ähnlich den UN-Sicherheitsrat im Rahmen der Konfliktprävention die Sicherheit überwachen.
    • Er soll über ein begrenztes Recht auf Einmischung bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit, bei Kriegsverbrechen oder Völkermord erhalten und Friedens und Stabilität gegebenenfalls durch Friedenstruppen wieder herstellen.
    • Für den Aufbau eines Friedens- und Sicherheitsrates erhält die AU ab Mai 2003 von der UN-Sonderorganisation UNDP (UN-Entwicklungsprogramm)  2 Millionen US-Dollar für die Sammlung von Daten, zum Analysieren und für die Veröffentlichung von Informationen zur Verfügung. Hierbei enthalten ist auch den Aufbau von Partnerschaften mit regionalen Sicherheitsorganisationen und sonstigen Organisationen in Afrika. Rund 6,4 Millionen US-Dollar Gesamtaufbauhilfe erhält die AU von den Niederlanden, Deutschland, Kanada und Norwegen.

    • Panafrikanisches Parlament (PAP - Pan-African Parliament )
      • Ein Protokoll hierzu wurde bereist auf dem OAU-Gipfel 2000 in Lomè, Togo vereinbart und die Mitgliedsstaaten müssen gesondert dem vertraglich zustimmen und ratifizieren
    • Finanzinstitutionen nach Artikel 19 der Gründungsakte

      • Afrikanische Zentralbank
      • Afrikanische Investmentbank
      • Afrikanischer Währungsfonds
    • Afrikanischer Gerichtshof 
    • Wirtschafts- und Kulturrat der AU (Economic, Social and Cultural Council)

    Zur Gründung und den Gipfelkonferenzen

    Mit 21 Schuss Salut ist in der südafrikanischen Hafenstadt Durban die Afrikanische Union (AU) am 10. Juli 2002 gegründet worden. Die aus der Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) hervorgegangene Staatengemeinschaft wurde bei ihrem ersten Gipfel von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki geleitet. Am 9. Juli 2002 war auch zugleich das Datum der 38. und letzten Gipfelkonferenz der OAU.

    Die Afrikanische Union (AU) ist ein Zusammenschluss von 53 afrikanischen Staaten, die die neue Organisation durch die förmliche Verabschiedung einer Gründungscharta bei einem Gipfeltreffen in der sambischen Hauptstadt Lusaka (9.-11. Juli 2001) offiziell ins Leben gerufen haben. Die AU soll nach dem Willen der Unterzeichnerstaaten die Organisation für afrikanische Einheit (OAU) ablösen und mit mehr Kompetenzen ausgestattet sein. Die Verträge, die die Auflösung der am 25. Mai 1963 gegründeten OAU beinhalten, waren zuvor schon von 45 der 53 Staaten ratifiziert worden. In Lusaka ging es um die Verfeinerung der Einigungsmodalitäten. Die Übergangsphase von der OAU zur AU ist auf ein bis zwei Jahre veranschlagt. Es gibt jedoch Befürchtungen, dass sich der Prozess deutlich länger hinziehen könnte.

    Die Initiative zur Gründung der neuen Afrikanischen Union geht auf den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben. Al-Gaddafi erklärte sich bereit, viele Institutionen der AU zu finanzieren und überzeugte dadurch viele Skeptiker.

    Die Charta der Afrikanischen Union orientiert sich teilweise am Vorbild der Europäischen Union. Die Gründungsakte enthält unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedsstaaten, aber auch eine Passage zum Eingreifen der Union in Mitgliedsstaaten unter bestimmten Voraussetzungen. Vorgesehen sind ein afrikanisches Parlament (ohne Gesetzgebungsbefugnisse), eine gemeinsame Zentralbank, eine Kommission mit Exekutivaufgaben sowie ein kontinentaler Gerichtshof und eine gemeinsame Währung. Bis diese Ziele verwirklicht werden, könnte jedoch einige Zeit vergehen. Kurzfristig haben die wirtschaftlichen Aspekte des Zusammenschlusses größere Bedeutung. Weil Afrika nur mit zwei Prozent zum Welthandel beiträgt, wollen die Staaten nun gemeinsam auftreten, um diese Schwäche im Zuge der Globalisierung so weit wie möglich auszugleichen.

    Die OAU hatte in den 38 Jahren seit ihrer Gründung die Erwartungen nie erfüllen können. Insbesondere blieben die Erfolge bei der Lösung von Konflikten innerhalb und zwischen afrikanischen Staaten bescheiden. Kritiker glauben, dass auch der neuen Afrikanischen Union hier kaum mehr gelingen wird, obwohl die Mitgliedsstaaten sogar eine gemeinsame Verteidigungspolitik ins Auge gefasst haben. Der letzte Generalsekretär der OAU, Salim Ahmed Salim, sagte, dass die Teilung des Kontinents nur durch ein Umdenken der Staatschefs gelingen könne. Dazu beitragen will Amara Essy, der erste Generalsekretär der neuen Afrikanischen Union. Der frühere Außenminister der Elfenbeinküste wurde bei dem Gipfeltreffen in Lusaka (Sambia) in sein Amt gewählt. Unklar ist noch, wo die AU ihren Hauptsitz haben soll. Als Favorit gilt Addis Abeba (Äthiopien).

    3. und 4. Februar 2003 in Addis Abeba (Äthiopien)

    Nach Angaben des Gastgeberlandes Äthiopien wollen 34 afrikanische Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Neben weltpolitischen sollen vor allem auch regionale Fragen erörtert werden. Ein Schwerpunkt wird dabei der Konflikt in der Elfenbeinküste sein. Ein weiteres Thema ist die mögliche Errichtung einer afrikanischen Friedenstruppe und eines AU-Sicherheitsrats und ein möglicher Krieg am Golf.

    Die Teilnehmer des Sondergipfels der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben sich auf die Bildung eines Friedens- und Sicherheitsrates mit Interventionsmacht geeinigt. Dies sei man den verarmten Afrikanern schuldig, deren Leben durch Krieg zerstört sei, sagte der südafrikanische Präsident und AU-Vorsitzende Thabo Mbeki. Bei einer Sitzung hinter verschlossenen Türen einigten sich die Teilnehmer zudem darauf, dass der AU-Vorsitzende das Recht habe, den Sicherheitsrat oder andere Gremien der AU ohne vorherige Zustimmung der 53 Mitgliedstaaten einzuberufen. Die AU war im Juli 2002 aus der ineffektiven Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) hervorgegangen. Auf dem zweitägigen Sondergipfel soll der weitere Aufbau der AU in Angriff genommen werden. Noch in diesem Jahr soll der Friedens- und Sicherheitsrat nach Vorbild des UN-Sicherheitsrates erstmals offiziell in Mosambik tagen. Offen blieb, woher das Geld für Interventionen in Krisengebieten kommen soll. Die AU hat von der OAU Schulden in Höhe von 40 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) geerbt. Nach ihrer gemeinsamen Sitzung trafen sich die Gipfelteilnehmer zu mehreren Einzelkonferenzen, um über die Konflikte in der Elfenbeinküste, in Burundi, der Republik Kongo sowie in Sudan zu beraten.

    Treffen des AU-Exekutivrates in N'Djamena (Tschad)

    Der Exekutivrat der Afrikanischen Union verabschiedete ein Anti-Korruptions-Übereinkommen, das nach Ratifizierung durch die AU-Mitgliedsstaaten in Kraft treten kann. Das Übereinkommen soll allen Bürgern einen freien Zugang zu Informationen über Regierungs- und Verwaltungshandeln ermöglichen sowie die Teilhabe der Zivilgesellschaft bei der Bekämpfung von Korruption und eine Überwachung durch die Medien garantieren. Es sieht auch Maßnahmen gegen illegale Parteienfinanzierung und Bestechung im öffentlichen Dienst vor.

    Zweites Gipfeltreffen der AU vom 10. bis 12. Juli 2003 in Maputo (Mosambik)

    Die mehr als 40 Staatschefs konnten sich nicht auf die Schaffung de vereinbarten Sicherheitsrates einigen. Diese dem UN-Sicherheitsrat nachempfundene Gremium soll eine gemeinsame Sicherheitspolitik ausarbeiten und Konflikte schon im Vorfeld entschärfen, dies nicht zuletzt durch eine permanent einsatzbereit Friedenstruppe. Bisher haben erst 17 der 53 Mitgliedsstaaten das entsprechende Protokoll ratifiziert.

    Am 5. November 2003 unterzeichnete der libysche Außenminister Abdel Rahman Mohamed Shalgham in Addis Abeba vier Protokolle der Afrikanischen Union zur Charta der Menschenrechte und der Rechte der Frauen in Afrika. Außerdem für den libyschen Staat, das Anti-Korruptions-Übereinkommen der AU und die Bildung eines Afrikanischen Gerichthofes.

    Außerordentliches Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Sirte vom 27. bis 28. Februar 2004

    Staatschefs und Vertreter von mehr als 50 Staaten sind am Freitag in der libyschen Hafenstadt Sirte zu einer zweitägigen Sicherheitskonferenz der Afrikanischen Union (AU) zusammengekommen. Der Gastgeber und libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi rief die Teilnehmer auf, Einigkeit zu zeigen, damit Afrika in der Welt an Einfluss gewinne. Zum Auftakt des Gipfels rief Muammar el Gaddafi die USA auf, ihre "kolonialistische Mentalität" gegenüber Afrika aufzugeben. Die USA sollten besser dem Vorbild europäischer Staaten folgen. Diese hätten ihre "Lektion aus dem Kolonialismus" gelernt, sagte Gaddafi in Sirte. An der Tagung, auf der ein Protokoll zu Frieden und Sicherheit verabschiedet werden sollte, nahm als Gast auch EU-Kommissionspräsident Romano Prodi teil. Afrika wird seit Jahrzehnten von zahlreichen Konflikten erschüttert. Die Kriege unter anderem in Sudan, Kongo, der Elfenbeinküste und Liberia führten mit zu der Überlegung, dass regionale Sicherheitskräfte nötig seien, um solche verheerenden Konflikte künftig zu verhindern. Der gegenwärtige AU-Vorsitzende, der mosambikanische Präsident Joaquim Chissano, erklärte, die AU werde in den kommenden Monaten einen Friedens- und Sicherheitsrat einrichten, der sich der Konflikte annehmen solle. Möglicherweise werde es auch zur Einrichtung einer Eingreiftruppe kommen, die bei Krisen schnell eingesetzt werden könne. Vorbild der noch jungen AU ist die Europäische Union. Von einer vergleichbaren Bedeutung ist sie allerdings noch weit entfernt. Belastend für die Arbeit sind auch finanzielle Probleme. So hat die AU 40 Millionen US-Dollar Schulden von der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), ihrer Vorgängerorganisation, geerbt.

    Adresse der Afrikanischen Union

    AU Headquarters

    Roosevelt Street Addis Ababa

    (Old Airport Area) Ethiopia

    W21K19

    Addis Ababa

    Ethiopia

    PO Box 3243

    Tel.:  09 251 1 - 51 77 00

    Fax:  09 251 1 - 51 78 44