Arabische Maghreb-Union
AMU - Regionaler Zusammenschluss von Staaten in Nordafrika.
Gründung: 17. Februar 1989 (Vorausgegangen war ein Treffen der Staatschefs der fünf Maghreb-Staaten im Juni 1988 in Zeralda, Algerien)
Sitz: Rabat (Marokko)
Generalsekretär: Habib Ben Yahia aus Tunesien
| Land | Mitglied seit | |
|---|---|---|
| Algerien | 1989 | |
| Libyen | 1989 | |
| Marokko | 1989 | |
| Mauretanien | 1989 | |
| Tunesien | 1989 |
Ziele der Union
Wirtschaftlichen Kooperation, außen-, innen- und kulturpolitische Zusammenarbeit. Zahlreiche regionale Vorhaben, die teilweise schon lange geplant waren, wie der Ausbau transmaghrebinischer Bahn-, Straßen- und Pipelineverbindungen, konnten vorangetrieben werden. Erhaltung der geistigen und moralischen Werte des Islam und Sicherung der arabischen Identität u.a. durch Professoren- und Studentenaustausch, gemeinsame Universitäts- und Kulturinstitute.
Gesetzliche Stolpersteine
Probleme der AMU bei der Umsetzung sind die unterschiedlichen Gesetzgebungen der Mitgliedsstaaten, die schwerfällige Bürokratie, der geringe Warenaustausch untereinander (nur 3 % der Gesamtexporte) und fehlende Finanzmittel. Eine Zollunion konnte bis heute nicht erreicht werden.
1991 wurde ein Fahrplan zur wirtschaftlichen Integration der Region, der bis zu einer Wirtschaftsunion führen sollte, von allen Mitgliedsstaaten angenommen.
Die Wiederbelebung der Maghreb-Union droht daran zu scheitern, dass eine dauerhafte Normalisierung des marokkanisch-algerischen Verhältnisses weiter auf sich warten lässt.
Der Handelsaustausch zwischen den einzelnen Maghreb-Staaten blieb gering: Algerien betreibt lediglich 1,5 Prozent seines Außenhandels mit der AMU (über 60 Prozent mit der EU), Tunesien als das am stärksten auf den Maghreb orientierte Land auch nur sechs Prozent (75 Prozent mit der EU). (Stand: 2000)
Alle Länder der AMU sind mit Ausnahme Marokkos auch Mitglieder der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga.
