Dieses Projekt steht inkl. Domain zum Verkauf. Interesse? E-Mail an info[at]libyen.com

Der Islam

Der Islam - das Wort bedeutet: Hingabe an Gott, Unterwerfung unter seinen Willen - versteht sich als Offenbarungsreligion, das heißt, durch den Verkünder des Islams, Muhammad, ist Gottes Wort in endgültiger Weise den Menschen mitgeteilt worden.

Muhammad, der Prophet des Islam

Abul-Kasim Muhammad, der Verkünder des Islam wurde etwa 570 nach Christus in Mekka, im heutigen Saudi-Arabien, geboren. Sein Vater Abd Allah hatte er noch vor seiner Geburt verloren und wuchs deshalb im Haus des Großvaters und des Bruders seines Vaters auf. Er gehörte der Sippe der Hashimiten (asu dem Stamm der Quraish) an. In seiner Jugend führte er ein Hirtenleben, teils unternehm er mit seinem Onkel Handelsreisen nach Syrien. Christliche Mönche, etwa Bahira, sagten dort Muhammads Prophetentum voraus. Später lebte er als Kaufmann in Mekka und heiratete Khadija, seine erste Frau und Mutter der Fatima. Im Alter von 40 Jahren, so sagt es die Tradition, machte er jene Erfahrungen, die in Zukunft sein Leben bestimmen sollten. Er fühlte sich von Gott berufen, seine Landleuten die Botschaft des einen und einzigen Gottes zu verkünden. Die Mekkaner kannten nämlich in ihrer Glaubensvorstellung neben Allah den sie als Hochgott verehrten, mehrere Göttinnen und Götter. Im täglichen Leben spielte Allah praktisch keine Rolle, er war in weite Ferne gerückt. Für das normale Leben waren gleichsam, die ortsüblichen Gottheiten zuständig. Gegen diese polytheistische Glaubensauffassung wandte sich Muhammad. Als er bei seinen Landsleuten in Mekka auf heftigem Widerstand stieß, wanderte Muhammad im Jahr 622 n. Chr. von Mekka nach Medina (Auswanderung = hidschra), einer Handelsstadt mit beträchtlicher jüdischer Bevölkerung, aus. Einige andere seiner Anhänger wanderten nach Äthiopien aus. 622 n. Chr. markierte den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Hier in Medina erließ Muhammad eine erste Gemeindeordnung, mit anderen Worten, er legte fest, wie er seine Gemeinschaft, die sich um ihn geschart hatte, sah und sehen wollte. Im Jahr 622 n. Chr. starb Muhammad in Medina. Dort befindet sich auch die Grabesmoschee.

Die Nachfolge des Muhammad

Der Prophet hatte seine Nachfolge nicht ausdrücklich geregelt. Seine Söhne waren als Kleinkinder gestorben, seine einzige Tochter Fatimah, war mit seinem Vetter Ali verheiratet. Die Mehrheit trat für eine Wahl ein. Eine starke Minderheit argumentierte, dass der Nachfolger aus dem Blut des Propheten sein müsse. Für sie kamen nur Ali und dann dessen Söhne aus der Ehe mit Fatimah in Frage.

Gegen die "Partei Alis" (arabisch: "shi'at Ali", deshalb Schiiten) setzten sich die Sunniten durch, diejenigen, die sich eng der Praxis des Propheten verbunden fühlten. Schließlich wurde, der Schwiegervater Mohammeds, Abu Bakr, zum Kaliufen (Stellvertreter) ausgerufen. Er starb bald darauf, seine beiden Nachfolger wurden ermordet. Ali wurde erst als Vierter 656 n. Chr. Kalif.  5 Jahre später fiel Ali einem Attentat zum Opfer. Sein sunnitischer Rivale Mu'awiya übernahm die Macht und gründete die Dynastie der Ummayaden. Die Geschichte des islamischen Kalifats wurde durch die Jahrhunderte von den Sunniten bestimmt. Die Schiiten aber haben an dem Anspruch festgehalten, dass nur Ali und seine Nachkommen, die sie "Imame", das sind ideale Vorsteher der islamischen Gemeinde, nennen, eine legitime Herrschaft auf Erden errichten können. Mehr und mehr enttäuscht, haben sie schließlich im Jahr 874 n. Chr. den 12. Imam in die Verborgenheit entrückt. Von dort wird er als Erlöser, als "Mahdi" eines Tages wiederkommen, um eine gerechte Herrschaft auf Erden zu errichten.

Die Glaubenrichtungen des Islam

Sunniten

Schiiten


ca. 700 Mio. Gläubige

ab 633 n. Chr. 

Die Sunna ist die orthodoxe Haupt-Richtung des Islam. Richtschnur sind Koran, Brauch (Sunna) und Überlieferung (Hadith)

Moderne Reformsekten sind u.a.:

Wahhabiten in Saudi-Arabien und

Senussi in Libyen

ca. 110 Mio. Gläubige

ab 656 n. Chr. Partei Alis, des Schwiegersohn Mohammeds (4. Kalif) Schiiten anerkennen nur Nachkommen Mohammeds und Alis als Oberhaupt (Imam), Später Entwicklung besonderer Rituale und Lehrinhalte. Die verschiednen Richtungen unterschieden sich insbesondere durch die Zahl der anerkannten Imame.

Richtungen abgeleitet von den Schiiten:


Charidschiten 

(ca. 1 Mio. u.a. Oman), Trennung von der Partei Alis ab 657 n. Chr., Halten sich streng an den Koran und betrachten die anderen Muslime als todeswürdige Ketzer.

Zaiditen

(ca. 4 Mio. u.a. Jemen), Anerkennen des 5. Imam Zaid (gest. 740 n. Chr.) als letzten. Tolerante Richtung

Ismailiiten 

(ca. 22 Mio. u.a. Indien und Ostafrika), Anerkennen des 7. Iman Ismail (gest. 760 n. Chr.) als letzten. Führen Geheimlehren. Oberhaupt Aga Khan.

Alawiten 

(ca. 1 Mio. u.a. Syrien), Abspaltung von den Ismailiten ab 872 n. Chr., Verehren Ali, den Schwiegersohn Mohammeds als Gott. Geheimlehre.

Imamiten 

(ca. 60 Mio. u.a. Iran und Nachbarländer), Anerkennen den 12. Imam Mohammed ibn Hasan (gest. 873 n. Chr.) als letzten. Er lebt als Verborgenem weiter und wird als Erlöser (mahid) wiederkommen.

Drusen 

(ca. 0,5 Mio. u.a. Libanon, Syrien), Geheimlehre des ad-Darasi (gest. 1010 n. Chr.). Erklärte den Fatimiden-Kalifen Hakim für göttlich. Die Drusen werden von den anderen Muslimen nicht anerkannt.

In der Bundesrepublik Deutschland leben ungefähr 125.000 Schiiten (Stand: 1997)

Der Koran, das Heilige Buch der Muslime

Der Koran ist die Heilige Schrift des Islams (qur'an = Lesung, Vortrag, Verkündung) in 114 Suren (Abschnitten) enthält der Muhammads Predigten, die er als Offenbarung Gottes verkündet hatte. Die Suren sind nicht historisch, das heißt nach der Zeit ihrer Entstehung geordnet, sondern mehr oder weniger ihrer Länge nach: Die umfangreicheren stehen am Anfang des Korans, die kürzeren Suren am Schluß. Sie enthalten im allgemeinen die frühesten Verkündungen Muhammads, während die längeren aus der späteren Phase der Verkündung Muhammads stammen. Der Koran beinhaltet nicht nur Glaubensaussagen, sondern auch detaillierte gesetzliche Bestimmungen, die das religiöse, ethische, soziale und politische Leben des einzelnen und der Gemeinschaft regeln. Für den gläubigen Muslim ist der Koran Wort Gottes schlechthin; durch den Engel Gabriel wurde es dem Propheten Muhammad wörtlich eingegeben. Somit gilt der Koran als göttliches Diktat und besitzt deswegen absolute Autorität. Neben der koranischen Offenbarung als erste und unüberbietbare Quelle des Islams hat die "Sunna" des Propheten, das heißt sein vorbildliches Verhalten, seine verbindliche Interpretation der göttlichen Offenbarung, seine Handlungsweise in konkreten Lebenssituationen, seine Aussprüche und Anweisungen, aber auch die Handlungsweise seiner Begleiter, soweit er sie gutheißen, geduldet, gebilligt oder mißbilligt hat, autoritativen Charakter. Neben dem Koran ist die Sunna des Propheten, die praxisorientierte Richtschnur, Handlungsnorm im täglichen Leben der Muslime.

Die erste Offenbarung wird in der Sure 96, Vers 1-4 beschrieben.