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Der Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi

Informationen über den Oberst Muammar al-Gaddafi.

Muammar el Gaddafi
Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi entstammt einer Beduinen-Familie und wurde nahe Sirte, einer an der Großen Syrte gelegenen Stadt, 1942 geboren. Nach anderen Angaben wurde Muammar al-Gaddafi 1938 in einem italienischen Hospital in Misurata geboren. Sein Großvater verstarb während der Invasion der Italiener 1911 und sein Vater Mohammed Abdul Salam bin Hamed bin Mohammed Al-Gaddafi (Qadhafi), genannt Abu Meniar, kam während der Kolonialzeit in Haft.

Gaddafi war der einzige Sohn von Abu Meniar (verstarb über 90jährig im Jahr 1985) und Aisha Gaddafi (verstarb 1978). Daneben hat Muammar al-Gaddafi zwei Schwestern. Seine Grundschulzeit verbrachte der in ärmlichen Verhältnisse aufgewachsene Gaddafi in einer Koranschule für Kinder in Sirte und in der Provinzhauptstadt des Fezzan, Sebha absolvierte er teilweise die Sekundarstufe, nach Problemen an der Schule wegen seinen Aktivitäten und Reden gegen das libysche Königshaus beendete Gaddafi die Sekundarstufe in der tripolitanischen Stadt Misurata. Nach dem Putsch des König Faruk I von Ägypten durch Gammel Abdel Nasser wurde Nasser zu Gaddafis Vorbild in arabischen Welt.

1956 gehörte Gaddafi zu einer "Revolutionären Zelle" gegen das Regime von König Idris I.

1962 begann er ein Studium der Geschichtswissenschaft und Jura an der Universität Benghazi. 

1963 nahm ihn die Militärakademie (Militärschule) von Benghazi als Offiziersanwärter auf. Er leistet seinen Dienst u.a. bei der British Royal Signal Corps School.

1965 wird Gaddafi zum Leutnant der libyschen Armee befördert. Zu diesem Zeitpunkt gründete er den "Bund der Freien Offiziere" mit, die gegen die Monarchie sind und gegen die westlichen Stützpunkte im Land. Gaddafis militärische Ausbildung vertiefte sich in Großbritannien im Royal Armoury Corps Center von Bovington (Dorset), Academy of Beaconsfield und später an der Royal Military Academy (RMA) of Sandhurst.

1966 kehrt Gaddafi zum Dienst im libyschen Heer zurück.

Im August 1969 wird Muammar al-Gaddafi zum Hauptmann befördert. Ein Militärputsch gegen Idris I. wird für drei Termine erwogen: 12. März 1969, 24. März 1969 oder zuletzt 1. September 1969. Die Aktion wird "Operation Jerusalem" genannt, der die gleichzeitige Besetzung der militärischen und strategisch wichtigen Punkte in Tripolis und Beghazi vorsieht.

Am 1. September 1969 putscht der von Gaddafi mitbegründete "Bund der Freien Offiziere" erfolgreich gegen den König Idris as Senussi und beförderte sich nach dem Erfolg der Aktion zum Oberst und Vorsitzenden des Revolutionäre Kommandorates (Majlis Kyiadat Ath-thawra). Gaddafi ruft über den Radiosender in Benghazi die Libysch-Arabische Republik (Al-Jamhooriya Al-Arabiya Al-Libiyah) aus. Anfangs will Gaddafi als neue Führungspersönlichkeit ähnlich wie der Ägypter Nasser in der arabischen Welt fungieren. Gaddafi will die Korruption und Vetternwirtschaft unter dem König Idris I. aufräumen und tritt für mehr Effektivität im Staatsapparat ein. Persönlich wird Gaddafi im Westen als unbestechlich, und an persönlichem Reichtum nicht interessiert, beurteilt. Ein erstes Geheimdienstdossier fertigten die Briten bzw. die USA bereits 1966 über Gaddafi an.

Einige Monate nach der "Grünen Revolution" beginnt auf Anordnung von Gaddafi die Verstaatlichung von Banken und Versicherungen sowie von Ölförderkonzessionen der ausländischen Erdölkonzerne. 

In den 70er Jahren beginnt Gaddafi auch die umfangreiche finanzielle Unterstützung verschiedener Befreiungsbewegungen in der Welt. Die USA verstärken gegenüber Libyen den Vorwurf, das Gaddafi den Terrorismus fördert. 

Als Begründer der im Grünen Buch (das erste Kapitel erschien im Jahr 1973) niedergelegten so genannten Dritten Universaltheorie (neben Kapitalismus und Kommunismus) versucht er die nach dem Ende der Monarchie begonnenen sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Reformen ideologisch zu untermauern. Getreu der Vorstellung, dass der Islam sowohl permanente Revolution als auch moderne Ideologie sei, spiegelt die Dritte Universaltheorie Gaddafis Islamverständnis wider.

Besonders seine originellen Vorstellungen vom islamischen Recht und der islamischen Jurisprudenz haben ihm von Seiten einflussreicher sunnitischer Persönlichkeiten und Institutionen Häresievorwürfe eingebracht. Der Koran ist nach Gaddafis Vorstellungen die einzig legitime Quelle der Scharia. Da die Sunna im Gegensatz zum Koran keinen göttlichen Ursprung für sich beanspruchen kann, sei sie für das islamische Recht irrelevant. auch andere Kriterien, die von allen Rechtsschulen zur Ausformulierung und Interpretation der Scharia anerkannt sind, werden verworfen. So ist jeder des Arabischen mächtige Muslim befugt, in Rechtsfragen selbständige Entscheidungen auf Grund der Interpretationen der Quellen (Ijtihad) zu fällen. Islamische Rechtsgelehrte sind daher überflüssig. 

Mit der Gründung der international agierenden "Gesellschaft für islamische Mission" versucht Gaddafi seit 1972, vor allem im Afrika südlich der Sahara auf der dortigen Muslime Einfluss zu gewinnen. 

1976 wird Gaddafi zugleich Oberbefehlshaber der libyschen Streitkräfte und 

1977 nach Auflösung des Revolutionären Kommandorats, Generalsekretär des Allgemeinen Volkskomitees der Libysch-Arabischen Volks-Jamahiriyah. 

1979 legt Gaddafi formell alle politischen Ämter nieder, bleibt aber bestimmende politische Persönlichkeit und de facto Staatsoberhaupt in Libyen. Er trägt als offiziellen Titel künftig das "Amt" des Revolutionsführers. 

Anfang der 80er Jahre und besonders 1986 kommt es zu einer Zunahme der Provokationen zwischen Libyen und den USA bis zum Höhepunkt am 15. April 1986 als US-Präsident Ronal Reagan einen Luftangriff auf Libyen befiehlt. US-Kampfflugzeuge warfen Bomben auf Ziele nahe Tripolis und Benghazi ab, dabei stirbt auch Gaddafis Adoptivtochter Hanna und zwei seiner Söhne werden verletzt. 

Innenpolitisch lockerte Gaddafi Ende der 1980er Jahre die staatlichen Wirtschaftskontrollen, ließ 1988 einige politische Gefangene frei und bemühte sich die Beziehungen zu den arabischen Staaten zu normalisieren. 

1989 kommt es zu internationaler Kritik wegen dem von  den USA vermuteten Bau einer Chemiefabrik zur möglichen Produktion von chemischen Kampfstoffen in Rabta. Auch eine Anlage nahe Tarhunah soll der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen dienen. 

Wegen dem Lockerbie-Anschlag im Dezember 1989 und der Weigerung Libyens 1992 die per internationalen Haftbefehl gesuchten Verdächtigen auszuliefern, verhängen die Vereinten Nationen im April 1992 ein Luftverkehrs- und Waffenembargo. 

Durch die UN-Sanktionen wird die Wirtschaft erheblich geschwächt. Erst nach Auslieferung der Beschuldigten und dem Gerichtsurteil vor einem schottischen Gericht in den Niederlanden im Januar 2001 werden die UN-Sanktionen aufgehoben. Die USA hielten ihr Wirtschafts- und Waffenembargo bei. Die europäischen Staaten wiederum führen nur noch ein Waffenembargo (einschl. sensibler Industriegüter)  gegen Libyen durch.

Nachdem Gaddafi jahrelang als Mentor des religiös begründeten Terrorismus gegolten hat, grenzt sich Gaddafi seit Ende der 1990er Jahren aus innenpolitischen Gründen und aufgrund der Terroranschläge in den USA vom 1. September 2001 deutlich von militant islamistischen Bewegungen (u.a. El-Kaida, Libysche Kampfgruppe - Libyan Fighting Group) ab und versucht auf dem afrikanischen Kontinent an Einfluss zu gewinnen. So gilt er als Initiator der Sin Sad-Staaten (CEN-SAD) und ist entscheidend beteiligt an der Umorganisation der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) zur Afrikanischen Union (AU) die sich im Sommer 2002 vollzog. 

Auch spielt die UMA Union de Arab Maghreb (die arabische Maghrebunion) eine zunehmende Rolle bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Nachbarländern und mit Marokko und Mauretanien.

Libyen wird nach der Jahrtausendwende erneut von den USA als Fördere des Terrorismus und zur "Achse des Bösen" durch US-Präsident George W. Bush bezeichnet. Das Hauptaugenmerk liegt in der US-Außenpolitik aber zunächst auf den Afghanistan, Irak, Nordkorea und Syrien.

Die libysche Außenpolitik setzt ihre Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Staaten und hat wiederholt den Austritt aus der Arabischen Liga in Erwägung gezogen. Dies auch im Hinblick auf die pro-westliche Haltung der arabischen Bruderstaaten im Golfkrieg gegen den Irak 2003. 

Niemals offiziell bestätigt, aber in einigen Medienberichten diskutiert wird, dass nach der Zeit von Muammar el Gaddafi dessen Sohn Saif al Islam Gaddafi die zukünftigen Geschicke des Landes bestimmen wird. Saif al Islam Gaddafi ist derzeit Vorsitzender der Gaddafi-Stiftung GIFCA (Gaddafi Foundation of Charitable Associations), die Hilfsprojekte im Ausland fördert und bei Krisen in anderen Staaten (u.a. auf den Philippinen) vermittelt.

Fotos von Muammar al-Gaddafi

Foto von Saif el Islam Gaddafi Foto Saif al-Islam al-Gaddafi und Joschka Fischer

Gaddafi oder doch Qaddafi?

Muammar el Gaddafi ist eine Übersetzung des Namens aus dem Arabischem und ist eine von 33 verschiedensten Varianten. Die genaueste Übersetzung soll Mu`ammar al-Qadhafi sein, allerdings ist in Deutschland die Schreibweise Muammar al-Gaddafi am geläufigsten.

G

  • Muammar el Gaddafi
  • Mo'ammar Gadhafi
  • Muammar Gadafi
  • Moamar al-Gaddafi
  • Mo'ammar el-Gadhafi
  • Moamar Gaddafi
  • Muammar Ghaddafy
  • Muammar Ghadafi
  • Muammar Ghaddafi
  • Muammar Gheddafi

K

  • Muammar Kaddafi
  • Moammar El Kadhafi
  • Moamer El Kazzafi
  • Moamar El Kadhafi
  • Muammar Khaddafi
  • Muammar al-Khaddafi
  • Mu'amar al-Kadafi
  • Muamar Kaddafi
  • Muamar Al-Kaddafi
  • Moammar Khadafy

Q

  • Mu`ammar al-Qadhafi
  • Muammar Qaddafi
  • Muammar Qadhafi
  • Mu'ammar al-Qadafi
  • Mu'ammar Al Qathafi
  • Muammar Al Qathafi
  • Muammar al-Qadhafi
  • Mu'ammar al-Qadhdhafi
  • Mu'ammar Qadafi
  • Mu'ammar Qadhdhafi
  • Muammar Quathafi
  • Mohammer Q'udafi
  • Moammar Qudhafi
  • Mu'ammar al-Qaddafi