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Telekommunikation in Libyen

Informationen über das libysche Telefon- und Mobilfunknetz und zum Internet.

Fernmeldewesen - Telefonverkehr (Festnetz)

In Libyen gibt es ca. 750.000 Telefonanschlüsse. Zum Vergleich: 1996: 380.000 und 1974: 105.000 Anschlüsse. 

Fax-Anschlüsse besitzen meistens nur die Behörden, große Unternehmen oder aber Hotels. Auf 1000 Einwohner entfallen im Jahr 2000 ca. 108 Telefonanschlüsse. In den großen Städten Tripolis und Benghazi liegt die Zahl bei 136 Anschlüssen pro 1000 Einwohner. Im Durchschnitt dauert es durchschnittlich 14 Monate einen Telefonanschluss zu bekommen und die Warteliste ist groß, ungefähr ca. 80.000.

Die Anzahl der öffentlichen Telefon betrug 1995: 450

Ein Telefongespräch im Inland kostet umgerechnet ca. 0,02 US-Cent pro 3-Minuten-Takt. 

Das libysche Fernmeldewesen ist gut ausgebaut. Alle Leitungen laufen über die staatliche Telefongesellschaft GPCT (General Posts & Communications Co.). Chef der GPCT ist der älteste Sohn von Revolutionsführer Muammar el Gaddafi, Mohammed el Gaddafi.

Zuletzt wurde ein Fernsprechamt in Tobruk errichtet.

Seit 1971 sind Tripolis und Benghazi durch ein Seekabel verbunden. Internationale Seekabelverbindungen bestehen nach Malta, Italien und Frankreich. Nach Tunis besteht eine direkte Telefonverbindung. Die 1.170 km lange Leitung nach Marzara, Italien besteht seit August 2000 mit 2 x 2,5 Gbit/s. 

1999 installierte das Unternehmen Alcatel in Libyen eine 1641 km lange Glasfaserkabelverbindung LFON (Libyan Fibre Optic Network) für die staatliche Telekommunikationsfirma General Post and Telecommunications Company (GPTC) in der Küstenregion von Zwara bis Tobruk (Tubruq).

Glasfaserkabel von Zware bis Tobruk
Glasfaserkabelverbindung von Zwara bis Tobruk

Das 1976 gegründete libysche Unternehmen General Company for Wires and Electrical products mit Sitz in Benghazi produziert für den Bergbau- und Industriesektor des Landes Kabeldrähte und andere Elektroprodukte einschl. Telefonkabel in 4 Fabriken. Produziert wurden nach letzten Angaben 12.500 Tonnen an Kabel, Drähten und Telefonkabel (Stand: 1999).

Telefonverkehr (Mobilfunk, Handys)

Frau mit Handy in der Stadt
Frau mit Handy

Libyens Mobilfunknetz existiert seit 1997. Im Jahr 2003 gab es in Libyen ca. 100.00 Mobilfunkteilnehmer, zum Vergleich 2000: 35.000. Tendenz weiter steigend. 

Das erste GSM-Netz Libyens wurde November 1996 von der Fa. Ericsson errichtet. Netzbetreiber des GSM 900 ist die Fa. El Madar Telephone Co. mit Sitz in Tripolis (Netzname (Display): Orbit Telecom. Keine Unterstützung für GPRS und HSCSD.

Logo der Firma THURAYA
Logo von Thuraya

Im Oktober 1999 wurde zwischen der staatlichen GPCT und der Thuraya Satellite Telecommunications ein Vertrag zum Vertrieb von Thuraya Services in Libyen unterzeichnet. Dieser umfaßt den Vertrieb von Handys und SIM-Karten. Besonders im Erdöl- und Erdgassektor sollen verstärkt Geschäftskunden und Mitarbeiter der Ölfirmen angesprochen werden. Ende 2001 sollen aber nur 50.000 Kunden Zugang zum Mobilfunknetz haben.

 

Mit deutschen Netzbetreibern gibt es noch kein Roaming-Abkommen, weder für Vodafone D2, D1 T-Mobile noch für Viag-Interkom (jetzt: O²). Vodafone D2 plant aber in Zukunft ein Roaming-Abkommen mit El Madar Telecommunications über das GSM 900 Netz. Auch britische Netzbetreiber haben keinen Zugang zum kleinen GSM-Netz in Libyen.

2001 gewann die französische Firma Alcatel einen Vertrag zur Lieferung von Mobilfunk- und Netzbetreibungsausrüstung im Wert von 75 Millionen US-Dollar.

Informationen aus 2003

Im September 2003 unterzeichnete das maltesische Mobilfunkunternehmen go mobile mit dem libyschen Betreiber El Madar (Orbit) ein weltweites GSM-Roamingsakommen für 92 Staaten. Damit ist das Unternehmen aus Malta der bislang einzigste Anbieter für Roaming in Libyen. Vertraglich gilt dies sowohl für Pre-Paid-Kunden als auch für Vertragskunden von go mobile und El Madar (Orbit). Der Empfang von SMS Short-Message Services in Libyen ist kostenlos, das Versenden von SMS kostet 15 Cents. 

Libysche Unternehmen suchten im Bereich des Aufbau ihrer Kommunikations-Infrastruktur auch nach Firmen in Deutschland. Das staatliche Industrieunternehmen GCCI (General Company for Chemical Industries) in Abu Kammash (ca. 1.600 Mitarbeiter, Produktion u.a. von PVC) gab zum Beispiel einen Auftrag zum Aufbau eines LAN-Systems (IT-Consulting) an die deutsche Firma SEC - Sommer Engineering & Consulting mit Sitz in Warstein.

Das US-Telekommunikationsunternehmen GlobalNet Corporation aus Texas hat im Dezember 2003 mit Libyen einen Exklusivvertrag zur weltweiten Sprach- und Datenübermittlung per mobiler Satellitenkommunikation bekommen. Das Unternehmen erwarte als eines der ersten US-Firmen nach Aufhebung der Handelssanktionen gegen Libyen in dem nordafrikanischen Staat vertreten zu sein. Die Global Telesat Corporation, die im Besitz eines Satelliten (satellite simplex applique) in der Region vertreten ist, ermöglichte der GlobalNet Corporation den Vertrag mit Libyen. Die GlobalNet Corporation benötigt aber noch die Zustimmung des US-Aussenministeriums, aber die notwendige Ausrüstung wurde bereits geliefert, so der Firmenchef Mark T. Wood. GlobalNet Corporation, früher iDial Networks, Inc. ist einer der 10 größten US Service-Provider. GlobalNet Corporation ist u.a. auch im Jemen, Südafrika, Namibia und in der Türkei vertreten.

Das staatliche libysche Post- und Telekommunikationsunternehmen General Post and Telecommunications Company (GPTC) unter der Leitung von Mohammed el Gaddafi, einem Sohn von Revolutionsführer Muammar el Gaddafi unterzeichnete am 30. Dezember 2003 einen Vertrag zur Fertigstellung von 600.000 Anschlüssen für Mobiltelefone mit dem chinesischen Post- und Telekommunikationsfirma ZTE mobile. Libyen rechnet bis 2005 mit 3 Millionen Mobilfunkteilnehmern und hat für den weiteren Aufbau des Telekommunikationsnetzes ein eigenes Unternehmen mit Namen "Libyana for Mobile Phones" gegründet.

Satellitenempfang: INTELSAT (Atlantischer und Indischer Ozean), geplant: ARABSAT.

Juni 2003: Alcatel Space stattet Afrika mit Telekommunikations-Satellit aus 

Alcatel Space, ein Tochterunternehmen der französischen Alcatel S.A., hat einen Auftrag aus Afrika erhalten. Der Vertrag sieht vor, dass man den ersten afrikanischen Telekommunikations-Satelliten baut und in den Orbit bringt. Alcatel teilte mit, dass der Vertag, der mit der RascomStar-QAF geschlossen wurde, ein Volumen von 150 Millionen Euro hat. Die RascomStar-QAF (Rascom = Regional African Satellite Communication Organization) wiederum ist ein Zusammenschluss von 44 afrikanischen Telefonnetzbetreibern. Ziel ist es, bis zum Jahr 2006 den afrikanischen Kontinent komplett abzudecken

Internet

Im Jahr 2002 nutzten 160.000 Libyer das Internet, zumeist Unternehmen und Behörden. Tendenz auch hier steigend.

Vielfach gehen die Menschen in Internetcafes, da ein eigener Computer für sie noch unerschwinglich ist.  Internetcafés findet man in Tripolis, an der landwirtschaftlichen Fakultät der Al Fatah Universität), Misurata, Benghazi, Zeltin, Al Sada (Echo Cyber Cafe), Al Fundouk Al Kabier (im The Grand Hotel) und in Alkhomus. Im Jahr 2000 gab es nur einen Provider in Libyen mit ca. 8000 angemeldeten Nutzern. Faculty of Agriculture, Al Fatah University

Die größten Anbieter: Libya Telecom and Technology (LTT), gegr. 1997  www.lttnet.com, MWC - Modern World Communications www.mwc-net.net und Libyanet www.libyanet.net

Einer der wenigen Provider ist u.a. das Unternehmen LSN Libyanspider.

Internet ist auch über Satellit (MenaSat) möglich, kostet für 3 Monate mit 5 GB Traffic Volumen rund 280 US-Dollar.

Als cTLD (Country Top Level Domain) gemäß ISO 3166 betreibt Libyen ihre Domain unter .ly  www.nic.ly

Alfoursan International Company
P/ O/ Box 83771
Tariq Al Matar
Tripoli
Libya

Jeder Libyer - auch Auslandslibyer - hat einen kostenlosen Anspruch auf eine .ly-Domain.  Eigentlich ist .ly sehr attraktiv, denn damit lassen sich Domains wie beispielweise sure.ly (vergeben an eine Niederländerin), dai.ly (vergeben an einen Koreaner) oder sil.ly (vergeben an eine Amerikanerin mit arabischen Nachnamen) basteln.

Informationen aus 2004

Keine einzige der über 10.000 ly-Domains war Anfang April 2004 im Internet erreichbar.Die Probleme ergaben sich durch einen Wechsel des Hosters für die libysche Länderdomain, sagt Hosni Tayeb, Interims-Administrator der Zone. "Wir sind gerade dabei, alle technischen Fragen des Wechsels zu lösen, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen", teilte Tayeb im April 2004 mit. Man habe wegen besserer "Root-Services" die Hostingfirma gewechselt. "Schon häufiger" und "oft am Freitag" habe es in letzter Zeit Probleme mit den Nameservern gegeben, sagte Hadi Nassr von Libyanspider, einem der wenigen Provider in Tripolis. Seit 13. April seien die Adressen allerdings erst einmal wieder erreichbar. Über Libyanspider sind nur 45 Adressen unter der Domain ly. registriert. "Es ist hier in Libyen nicht so bekannt, dass es solche Adressen gibt," sagt Nassr. Die Internet-Nutzung in dem nordafrikanischen Land liegt laut Angaben der International Telecommuncation Union (ITU) mit zwei Nutzern auf 100 Bewohner noch unter dem Durchschnitt in den arabischen Ländern (2,6). Auch Nassr wirbt mit Blick auf ausländische Kundschaft mit den rund 14.000 englischen Wörtern, die auf .ly enden wie fami.ly, easi.ly, love.ly oder exact.ly. Die überwiegende Mehrzahl der ly-Adressen liegt daher derzeit im Ausland. Ganz unkritisch wird das Hosting der Registry im fernen Großbritannien von den Providern in Tripolis allerdings nicht gesehen, sagt Nassr. Zwar sei man mit dem Service für Reseller und auch für private Registrierungen im Allgemeinen zufrieden, dennoch "nehmen wir die Frage hier sehr ernst." Aus Tayebs Sicht hat das Hosting im Ausland in erster Linie praktische Gründe: Wie alle ccTLDs sei man an stabiler Konnektivität und dem Service einer großen Firma interessiert. Tayeb betont, dass man im Sinne der libyschen Internet-Community arbeite: Immerhin biete nic.ly kostenlose Domains für die Nutzer im Land an. Inzwischen habe nic.ly im übrigen 50 Prozent private und 50 Prozent öffentliche "Teilhaber". Mit diesen Hinweisen will Tayeb, der auch in Gremien wie dem Arabischen Internet Names Consortium (AINC) aktiv ist, nicht zuletzt seine Legitimität als Administrator unterstreichen. Denn die ist nicht unumstritten, wie eine Diskussion innerhalb von Council of European National Top Level Domain Name Registries zeigt. Tayeb führte in seinem Mitgliedsantrag bei der Dachorganisation aus, dass sein Unternehmen, die Alfoursan International Company (AFICO), die Verwaltung der libyschen Länderdomain im Jahr 2000 von der Schwesterfirma Aleshaeen for Information Technology übernommen habe. Aleshaeen Co war noch von Altvater Jon Postel mit der Verwaltung der Domain bedacht worden. Die IANA, das Anhängsel der privaten Netzverwaltung ICANN, habe aber seinem Redelegationsantrag stattgegeben, schrieb Tayeb an Centr. Das stellt sich im ccTLD-Statusbericht des kanadischen Rechtsprofessors Michael Geist allerdings anders dar. Geists Informationen zufolge läuft derzeit bereits ein von Libyen angestrengtes Redelegationsverfahren. "Laut ICANN/IANA wurden weder Tayeb noch die Al Foursan International Company (AFICO) als ccTLD Manager anerkannt", schrieb Geist im März 2003. Tayeb sei von der ICANN Internet Corporation for Assigned Names and Numbers lediglich als Interims-Administrator anerkannt worden. Ob die Umstellungsprobleme in dieser Woche mit diesem unklaren Status zu tun haben, kann vorerst nur IANA/ICANN selbst klären. Die britische Lydomains.com weist jedenfalls in einer Email, die The Register veröffentlicht hat die Schuld der IANA Internet Assigned Numbers Authority zu.